Veranstaltungsberichte

Sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen uns heute, um Vorurteilen zu begegnen, einigen Fakten widmen, und zwar zunächst deutschlandweit, dann auf den Rhein-Neckar-Kreis bezogen und danach wird es kommunal, Max Keller kommt dann zur Situation in Ladenburg.

Wenn man manche Politiker hört, so werden wir derzeit von einer Flüchtlingsflut über-schwemmt, von einer Welle, gar von einer Lawine, alles Worte, die, in Bezug auf Menschen gebraucht, mich an übelste Zeiten erinnern. Fangen wir mit einem einfachen Vergleich an. Wenn in diesem schönen Saal, in dem wir uns befinden, ein paar Menschen mehr wären, als heute erschienen sind, also wenn ungefähr 80 Leute da wären, wäre der Saal sicher nicht voll, sondern es wäre noch Platz. Wenn dann noch einer zusätzlich hereinkäme, wäre das die Dimension, um die es derzeit geht. Dieser eine wird sich einen freien Platz suchen, er wird ihn finden, aber ihn als Welle, Flut oder Lawine zu bezeichnen, wäre offensichtlich unangebracht. Genau darum geht es, auf etwas mehr als 80 Millionen Einwohner unseres Landes kommen etwas mehr als 800.000 Flüchtlinge.

Über den ganzen Tag verteilt beteiligten sich rund 3000 Menschen an den Protestaktionen gegen den zum 3. Mal in Folge in Weinheim stattfindenden NPD-Bundesparteitag.

An der abschließenden, am frühen Nachmittag abgelaufenen Demonstration vom Weinheimer Bahnhof zum Marktplatz, beteiligten sich, trotz strömenden Regens, allein 2000 Menschen. Die Polizei, die mit einem massiven Aufgebot von 6 Hundertschaften einschließlich Wasserwerfer vor Ort war, hatte die 3 Zufahrtswege zur Stadthalle hermetisch abgeriegelt. Bei der Anfahrt der NAZI-Delegierten aus Richtung Weschnitztal kam es kurzfristig zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen linksautonomen Gruppen und der Polizei.

Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs 2013 trat am 17. und 31. August kurz hintereinander eine kleine Kundgebungungstruppe von knapp 10 Neonazis am Wasserturm in Ladenburg auf.

Sie wollten mir ihren rassistischen und nationalistischen Reden  und Parolen Stimmung machen gegen die vorübergehend in der alten Marinsschule einquartierten Flüchtlinge aus Osteuropa. Sie konnten sich bei beiden Auftritten kein Gehör verschaffen.

Die „Klischee-Typen“ gibt es nicht mehr - Stattdessen vermeintlich harmloses Engagement schon im Kinder- und Jugendbereich:  Politologin Ellen Esen referierte über „Frauen und Mädchen in der rechten Szene“. Zur Vortragsveranstaltung „Zwischen Windelwickeln und Straßenkampf – Mädchen und Frauen in der rechten Szene“ | März 2012
Ein Bericht von Silke Beckmann (Ladenburger Zeitung/Rhein-Neckar-Zeitung)

„Wer über Rechtsextremismus redet, aber Mädchen und Frauen ausspart, hat das Thema verfehlt!“ Dies ist Ellen Esens Lieblingssatz, und so standen gerade Mädchen und Frauen in der rechten Szene im Mittelpunkt ihres Vortrags mit dem Titel „Zwischen Windelwickeln und Straßenkampf“.

zur Ausstellung "Die Mädchen von Zimmer 28" | November 2008

Shoah – die unvorstellbare Katastrophe

Zwischen 1939 und 1945 wurden in Europa mehr als 6 Millionen Juden durch die Nationalsozialisten getötet. Im Juni 1941 erschoss man die ersten jüdischen Zivilisten beim Einfall der Truppen in der Sowjetunion. Die organisierte Deportation von Juden in Todeslager nach Polen begann Ende 1941. Bis Mai 1945 wurden so 2/3 der Juden Europas ermordet.

zur Ausstellung "Die Mädchen von Zimmer 28" | November 2008

Auszüge der Lanzmann-Dokumentation „Shoah“ wurden in der Stadtbibliothek gezeigt – Kooperationsprojekt mit Carl-Benz-Gymnasium

„Das kann man nicht verstehen – ich kann das auch nicht verstehen.“ Dies sind die Worte von Simon Srebnik angesichts des Ortes, an dem sich einst das nationalsozialistische Vernichtungslager Chulmno befand, 80 Kilometer nordwestlich von Lodz. Ein Waldgebiet, augenscheinlich eine Oase des Friedens und der Ruhe. „Es war immer so ruhig. Niemand hat geschrien“, sagt Srebnik. An diesem Ort wurden zwischen 1941 und 1945 400.000 Juden ermordet, lediglich zwei der hierher Deportierten überlebten das Martyrium.

zum Vortrag von Dr. Becker (Universität Marburg) | Juni 2009

Ein Bericht von Wolfgang Luppe

Erlebniswelt Rechtsextremismus
Hintergründe, Strategien, Interventionsmöglichkeiten
Vortrag von Dr. phil. Heinz Becker, Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Marburg
am 16. Juni 2009 in Reichelsheim/Odw.

Organisiert wurde diese Informationsveranstaltung von der Gruppe „Odenwald gegen Rechts“, vom Beratungsnetzwerk Hessen und von der „Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße“, zu der auch die in Ladenburg bereits gut bekannten Margarete Bauer und Manfred Forell gehören.